Veilchen
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Der Lobpreis des Veilchens

 

 

Eschrefoglu Rumi (t. 1484) war damals ein junger Sufischüler. Eines Tages war sein Geistlicher mit allen Schülern zu den Bergen gegangen und verlangte von Ihnen Folgendes:

"Jeder soll mir ein Veilchen bringen !"

Jeder von Ihnen hatte begonnen, mit der Absicht dem Geistlichen die schönste Blume zu bringen, miteinander zu konkurrieren. Ein wenig später kehrten sie mit schönen Veilchen in der Hand zurück und stellten sich in einer Reihe vor dem Geistlichen auf.

In der letzten Reihe war Eschrefoglu Rumi mit gebogenem Hals und sehr beschämt. Denn in seiner Hand war nur ein verblühtes Veilchen. Er reichte als letzter seine Blume dem Geistlichen. Als der Geistliche die verblühte Blume sah, fragte er lächelnd zu Eschrefoglu:

"Mein Derwisch ! Konntest du denn kein schönes, lebendiges Veilchen finden ?"

Er antwortete sehr beschämt:

"Ich habe eins gefunden, aber ich konnte keines pflücken, denn sie haben alle Ihren Schöfper lobgepriesen (zikr). Ich konnte nicht Ihre Lobpreisung unterbrechen. Darum konnte Ich nur dieses, die Lobpreisung beendete Veilchen mitbringen !"

Der Geistliche zog den jungen Eschrefoglu zu sich und küsste ihn zwischen den Augenbrauen.

 

Quelle: Said Alpsoy, Allah Yolunun Yolcularý, Gelenek Verlag, Ýstanbul, s. 31.

 

 

Vielen Dank an Schwester Anke Bedeva, für die Korrigur der Übersetzung

 

 

 

"Die sieben Himmel und die Erde und wer darinnen ist, sie lobpreisen Ihn;
und es gibt kein Ding, das Seine Herrlichkeit nicht preist;
ihr aber versteht ihre Lobpreisung nicht. Wahrlich, Er ist gutmütig, allverzeihend."

(Der Qoran, al Isra / Die Nachtwanderung [17] 44).

 

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